“Prävention statt Repression – Jugendgewalt eindämmen!”

Quelle: flickr, angermann, cc: by-sa

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Eine frühzeitige und umfassende Präventionsarbeit ist ein entscheidender Faktor, um Jugendgewalt erfolgreich einzudämmen. Im Zentrum wirksamer Vorbeugungsarbeit müssen dabei Konzepte stehen, die auf mehreren Ebenen gleichzeitig ansetzen: die Jugendlichen effektiver bei der Erarbeitung von Lösungen einbinden, die Opfer mehr in den Blick nehmen und stärker auf geschlechtsspezifische Probleme ausgerichtet sind.

Die Bekämpfung der Jugendgewalt ist besonders effektiv bei einer frühzeitigen und wirkungsorientierten Prävention bei jungen Menschen.
Ansatzpunkte für eine solche wirkungsvolle Prävention von Jugendgewalt bieten etwa Projekte zur Früherkennung und Verhinderung innerfamiliärer Gewalt oder die Einrichtung von Ganztagsschulen, die den SchülerInnen auch Nachmittags einen Ort von sozialem Lernklima bieten, und mit viele handwerklichen und bewegungsorientierten Unterrichtsfächern zu einem lebendigen Lernen beitragen.

Insbesondere die Risikogruppen müssen also im Dialog mit ihrem Umfeld in wirksame Präventionsmaßnahmen einbezogen werden. Wenn Kinder und Jugendliche in der Entwicklung von sozialen Kompetenzen unterstützt werden, macht sich das in den verschiedensten Lebensbereichen positiv bemerkbar. Dies betrifft nicht nur die Fähigkeit, Konflikte gewaltfrei zu lösen, sondern solche Jugendliche haben meist auch mehr Erfolg in Schule und Beruf und seltener Alkohol- und Drogenprobleme.

Nachhaltige, wirkungsorientierte Projekte müssen auf längere Sicht angelegt sein. Kurzfristige Präventionsmaßnahmen oder Einmalaktionen sind in ihrer Wirkung in der Regel begrenzt.

Bei der Gewaltprävention muss auch die Seite der Opfer berücksichtigt werden. Wenn jugendliche Opfer spüren, dass sie Hilfe und Solidarität aus ihrem Umfeld bekommen und Gewalt nicht hingenommen wird, lehnen sie selbst auch eher Gewalt als Form der Konfliktlösung ab. So wird einem „Kreislauf der Gewalt” entgegengewirkt, wonach die Gewaltopfer von heute vielfach die GewattäterInnen von morgen werden.

Für eine selbstbewusste und aktive Gesellschaft muss Zivilcourage zentral werden. Sie muss gefördert werden. Dies könnte auch durch kommunale Auszeichnungen für diejenigen, die aktiv gegen Gewalt vorgehen, geschehen.

Bestimmte Vorstellungen davon, was „Männlichkeit” und „Weiblichkeit” bedeuten, sollten in der Präventionsarbeit je nach Geschlecht speziell thematisiert werden. Denn vor allem bei männlichen Jugendlichen haben solche Vorstellungen einen Einfluss auf die Gewaltbereitschaft.
Es ist sehr wichtig, dass die kommunal und örtlich Verantwortlichen sich selbst aktiv in ein Netzwerk aus Polizei, Eltern, Kindergärten, Schulen, Jugend- und Sozialarbeit und lokalen Vereinen einbringen, denn nur so können wir nachhaltig eine Eindämmung der Jugendgewalt bewirken.

Alkoholverbote sehen wir als Grüne Jugend sehr kritisch. In vielen Kommunen wird dabei so nur kaschiert, dass man sich nicht die Mühe macht vernünftige Konzepte zu Aufklärung und Prävention bei Alkoholmissbrauch zu entwickeln und umzusetzen.

Statt auf eine restriktive Law&Order-Politik und dem Schwingen der Verbotskeule setzt die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg auf die Stärkung der Mündigkeit der Jugendlichen. Verbotszonen verlagern nach der Philosophie „Aus den Augen – aus dem Sinn” die Probleme nur von der einen Straße in diejenige außerhalb der Verbotszone oder ins Haus und ändern nichts am Trinkverhalten der gefährdeten Jugendlichen, während sie die mündigen jungen Menschen benachteiligen und bevormunden.

Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg sieht dabei mit wachsender Besorgnis einen oft unreflektierten und bedenklichen Umgang der Jugendlichen mit Alkohol – die zentrale Frage dabei ist aber nicht, wo sie es tun, sondern warum sie es tun und was man dagegen unternehmen kann.

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